Klassisches Brainstorming
Kurzbeschreibung
Beim
Brainstorming werden die Ideen von den Teilnehmern geäußert und durch einen Moderator oder Protokollanten für jeden sichtbar mitgeschrieben, z.B auf einem Flipchart. Die Teilnehmer sollen die geäußerten Ideen aufgreifen
und neue Ideen daraus entwickeln (wechselseitige freie Assoziation, s. auch
Brainstorming Grundregel 4).
Die Brainstorming-Grundregeln
1. Jegliche Kritik der vorgebrachten Ideen ist zu unterlassen!
- Kritik - sowohl verbale als auch nonverbale - ist während der kreativen Phase grundsätzlich nicht erlaubt.
- Häufige "Killerprasen" sind:
- "Das haben wir noch nie so gemacht!"
- "Das ist zu teuer!"
- "Das geht nicht!"
- Während der Kreativphase soll keine Strukturierung und keine Bewertung der Ideen vorgenommen werden.
2. Auch verrückte Ideen sollen geäußert werden!
- Alle Teilnehmer sollen ihre Gedanken frei und ungehemmt äußern ("spinnen").
- Auch phantastische Ideen sind willkommen, denn andere Teilnehmer können dadurch angeregt werden.
3. Viele Ideen sind gewünscht!
- Es sollen so viele Ideen wie möglich generiert werden.
- Die Ideen können nicht ausführlich erläutert werden. Es werden nur die Grundgedanken angeben und festhalten.
- Alle Ideen werden aufgeschrieben und gesammelt.
4. Zuhören und Ideen aufgreifen!
- Die Ideen der anderen Teilnehmer sind aufzugreifen und weiter zu entwickeln. Dazu ist es erforderlich, wirklich zuzuhören und das Positive der Ideen aufzugreifen.
Vorgehensweise
Jede Brainstorming-Sitzung sollte organisatorisch
vorbereitet werden; spontane Sitzungen ("Wir machen mal schnell ein bisschen Brainstorming") sind zu vermeiden.
Es ist ein versierter Moderator einzusetzen, der
- das Brainstorming neutral leitet,
- alle Teilnehmer berücksichtigt und motiviert,
- gegebenenfalls auf das Thema fokussiert,
- die Einhaltung der Regeln 1-4 sicher stellt.
Eine Brainstorming-Sitzung wird in einer Gruppe von
fünf bis acht Teilnehmern praktiziert und sollte länger als zehn Minuten ("Stretchen"), aber nicht länger als eine halbe Stunde dauern.
Tipps und Tricks
- Problemstellung, Fakten und Lösungsanforderungen für alle während der Brainstormingsitzung sichtbar festhalten, z.B. auf einem Flipchart.
- Ideen für alle sichtbar mitschreiben; bei großen Gruppen evt. einen zusätzlichen Protokollanten einsetzen.
Typischer Verlauf des Ideenflusses in einer Brainstorming Sitzung
 | Das Brainstorming sollte überdehnt werden, um der Gruppe noch einige originelle Ideen "abzuringen" (Stretching-Prinzip). | | |
Hinweise
Historie
Brainstorming wurde Mitte der dreißiger Jahren in den USA durch Alex Osborn entwickelt. Der Mitinhaber der Werbeagentur BBDO (Batton, Burton, Durstine, Osborn) war mit den Ergebnissen von Gruppensitzungen unzufrieden und entwickelte deshalb einen Satz von Regeln, die bis heute weltweit ihre Gültigkeit behalten haben (Brainstorming-Grundregeln). Diese Spielregeln zielen darauf ab, negative Erscheinungen von Besprechungen wie z.B. Kritik an vorgebrachten Beiträgen, Spannungen zwischen Gesprächspartnern und das Abschweifen in unwichtige Details zu vermeiden.
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