Ablaufplanung
engl.: Scheduling
Netzplan
 | Ein Netzplan ist eine Darstellung der Vorgänge und der Anordnungsbeziehungen als gerichtete Graph. | | |
Dabei gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten:
- Vorgangsknotennetzplan
- Vorgänge = Knoten
- Anordnungsbeziehnungen = Pfeile
- In Deutschland übliche Darstellung.
- Vorgangspfeilnetzplan
- Ereignisse = Knoten
- Vorgänge = Pfeile
Ein Knoten hat immer eine höhere Nummer als jeder seiner Vorgänger (topologische Sortierung).
Vorgangsknotennetzplan
Start- und Endzeiten
Bestimmung frühester Start- und Endzeiten (Vorwärtsrechnung)
- d: Dauer eines Vorgangs
- ES: Frühester Startzeitpunkt eines Vorgangs
- EF: Frühester Endzeitpunkt eines Vorgangs
Der
früheste Startzeitpunkt (ES) eines Vorgangs entspricht dem höchsten Wert des frühesten Endzeitpunktes der Vorgänger.
Beispiel: Vorgang 5 hat in dem Bild die Vorgänger 2 und 4 mit den EF von 10 bzw. 7. Der ES von Vorgang 5 ist also 10.
Der früheste Endzeitpunkt (EF) ergibt sich aus dem ES durch Addition mit der Dauer d.
Bestimmung spätesten Start- und Endzeiten (Rückwärtsrechnung)
- LS: Spätester Startzeitpunkt eines Vorgangs
- LF: Spätester Endzeitpunkt eines Vorgangs
Der
späteste Endzeitpunkt (LF) eines Vorgangs entspricht dem kleinten Wert der spätesten Startzeitpunkte der Nachfolger.
Beispiel: Vorgang 0 hat in dem Bild hat die Nachfolger 1, 2 und 3 mit den LS von 7, 0 bzw. 3. Der LF von Vorgang 0 ist also 0.
Der späteste Startzeitpunkt (LS) ergibt sich aus dem LF durch Subtraktion mit der Dauer d.
Pufferzeiten
Für den Projektleiter ist es sehr wichtig zu wissen, ob sich die
verspätete Fertigstellung eines Vorgangs auf den
geplanten Startzeitpunktes eines anderen Vorgangs oder sogar auf die
geplante Projektdauer auswirkt. Derartige Auswirkungen können die Berechnung von
Pufferzeiten ermittelt werden.
Es werden zwei Arten von Pufferzeiten unterschieden:
Gesamte Pufferzeit (GP)
 | Die Gesamte Pufferzeit ist der Zeitraum, den ein Vorgang später als zum frühest möglichen Zeitpunkt beendet werden kann, ohne dass sich die Projektdauer verlängert. Der Gesamte Puffer ergibt sich aus der Differenz von dem spätest möglichem und dem frühest möglichem Endzeitpunkt eines Vorgangs (LF minus EF). | | |
In dem obigen Beispiel hat der Vorgang 3 einen LF von 6 und einen EF von 3. Der Gesamte Puffer beträgt also 3 Zeiteinheiten.
Freie Pufferzeit (FP)
 | Die Freie Pufferzeit ist der Zeitraum, den ein Vorgang später als geplant beendet werden kann, ohne dass sich ein Starttermin der anderen Vorgänge oder das Projektende verzögern.
Der Freie Puffer ergibt sich also aus der Differenz des kleinsten der 'frühesten Startzeitpunkte' der Nachfolger eines betrachteten Vorgangs und dem frühest möglichem Endzeitpunkt des betrachteten Vorgangs (kleinster ES aller Nachfolger minus EF). | | |
In obigen Beispiel hat der Vorgang 3 zwar einen Gesamten Puffer von 3 Zeiteinheiten. Würde dieser jedoch ausgenutzt werden, würde sich dadurch der Vorgang 4 nach hinten verschieben. Der Freie Puffer von Vorgang 3 ist also 0.
Der Vorgang 4 kann aber um 3 Zeiteinheiten nach hinten verschoben werden, ohne dass sich Vorgang 5 verschiebt. Der freie Puffer von Vorgang 4 beträgt also drei Zeiteinheiten.
Formale Bestimmung des FP: Im Falle von Vorgang 4 gibt es nur einen Nachfolger (Vorgang 5). Vorgang 5 hat den ES von 10. Vorgang 4 hat den EF von 7. Der FP hat also den Wert von 3 Zeiteinheiten.
Kritischer Pfad
 | Die Vorgänge, die eine Gesamte Pufferzeit von Null haben, sind kritisch für das Projekt. | | |
Eine Verzögerung dieser Vorgänge wird sich unmittelbar auf die Projektdauer auswirken. Der Projektleiter muss also auf plangemäße Durchführung dieser Vorgänge besonders achten.
 | Die Folge von kritischen Vorgängen eines Projektes nennt man kritischer Pfad. | | |
In dem obigen Beispiel sind die Vorgänge auf dem kritischen Pfad rot marktiert. Diese Vorgänge bestimmen unmittelbar die Projektdauer und damit des das Zeitziel des Projektes.
Projektverkürzung
Eine Verkürzung der Projektdauer ist nur möglich, wenn die Vorgänge auf dem kristischen Pfad verkürzt werden. Dies ist i.d.R. mit erhöhten Kosten verbunden.
 | Der Bau eines Einfamilienhauses soll laut Plan in 6 Monaten beendet sein. Der Kunde teilt unerwartet mit, dass er unbedingt 2 Wochen eher einziehen möchte. Der Bauprojektleiter muss nun überlegen, wo Zeit möglichst kostengünstig eingespart werden kann. Das Unternehmen, dass die Rohbauarbeiten übernommen hat, bietet an, den für diese Projektphase geplanten Zeitraum zur verkürzen. Allerdings müssen dann die Zusatzkosten (Erhöhte Kosten für Überstunden, Beleuchtung der Baustelle, etc.) durch den Bauträger gezahlt werden. Eine Alternative wäre es, den geplanten Zeitraum für den Innenausbau des Hauses zu verkürzen. Da jedoch dafür die Zusatzkosten erheblich höher als die Zusatzkosten für die Verkürzung des Zeitraumes für den Rohbau wären, entscheidet sich der Projektleiter für die Annahme des Angebotes des Rohbau-Unternehmens. | | |
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Quelle:
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Kommentar
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